Zwei Systeme, eine Agentur: shopwareagentur.info und shopifyagentur.info im Porträt

Wer heute einen Onlineshop plant, steht ziemlich schnell vor der immer gleichen Gabelung: Shopware oder Shopify? Und wer diese Frage googelt, landet fast zwangsläufig bei einer Agentur, die genau ein System anbietet – und deshalb auch genau ein System empfiehlt.

Zwei Websites machen es anders. shopwareagentur.info und shopifyagentur.info gehören beide zur VIERPUNKT GmbH aus Legau im Allgäu. Zwei getrennte Auftritte, zwei unterschiedliche Handschriften – und dahinter ein Team, das beide Plattformen baut. Wir haben uns beide Seiten angeschaut.

Warum zwei Websites und nicht eine?

Der naheliegende Einwand zuerst: Warum nicht einfach zwei Unterseiten auf einer Domain?

Weil die Zielgruppen unterschiedlich ticken. Wer nach „Shopware Agentur“ sucht, hat meist schon eine Entscheidung getroffen – oft, weil eine gewachsene Warenwirtschaft, ein B2B-Preissystem oder Hosting-Anforderungen im Raum stehen. Wer nach „Shopify Agentur“ sucht, will in der Regel zügig live gehen und sich möglichst wenig um Server und Updates kümmern. Zwei Suchintentionen, zwei Erwartungshaltungen, zwei Vokabulare.

Der interessantere Effekt ist aber ein anderer: Weil beide Seiten aus demselben Haus kommen, kann jede von ihnen offen zur anderen verlinken – inklusive der Fälle, in denen das eigene System nicht die beste Wahl ist. Auf der Shopify-Seite steht ziemlich unverblümt, dass ein Vorhaben auch mal auf Shopware besser aufgehoben ist. Das ist ein Satz, den man von einer reinen Shopify-Agentur selten liest.

shopwareagentur.info: für alle, die es selbst in der Hand haben wollen

Die Shopware-Seite ist die klassischere der beiden – dunkles Petrol, aufgeräumt, technisch orientiert. Sie sortiert das Angebot nach drei Ausgangslagen, was in der Praxis erstaunlich gut passt:

  • Neubau – Shopware 6 Entwicklung mit eigenem Theme und Anbindung an ERP, PIM oder CRM
  • Umzug – Migration von Shopware 5, Magento oder anderen Systemen, inklusive Weiterleitungen, damit die Rankings nicht verloren gehen
  • Übernahme – Wartung, Hosting und Support, ausdrücklich auch für Shops, die jemand anderes gebaut hat

Der letzte Punkt ist der unterschätzteste. Es gibt eine ganze Menge Shops da draußen, deren ursprüngliche Agentur nicht mehr erreichbar ist oder das Thema nicht mehr betreut. Dass eine Agentur solche Projekte überhaupt annimmt, ist keine Selbstverständlichkeit.

Als Nachweis führt die Seite zwei Belege an, die sich unabhängig prüfen lassen: das Profil im offiziellen Shopware Partnerverzeichnis (Bronze Partner) und das Profil als Extension Partner im Shopware Store. Beides ist direkt verlinkt – ein Detail, das man sich merken darf, wenn man Agenturen vergleicht. „Zertifiziert“ behaupten viele; nachprüfbar verlinken deutlich weniger.

Inhaltlich geht die Seite über die üblichen Leistungsseiten hinaus. Es gibt ein Shopware-Wiki mit Fachbegriffen, eine FAQ, einen Blog mit Praxisnotizen und eine Seite zur Verteilung der Shopsysteme im DACH-Raum. Dazu Regionalseiten für Memmingen, Kempten, Kaufbeuren, Lindau, Ravensburg, München, Stuttgart, Bregenz und Zürich – wer im Allgäu oder Bodenseeraum sitzt, findet also einen passenden Einstiegspunkt.

shopifyagentur.info: schnell live, aber nicht von der Stange

Die Shopify-Seite ist deutlich anders gestaltet – dunkles Grün, direkterer Ton, mehr Haltung. Das Versprechen im Titel bringt es auf den Punkt: schnell live gehen und trotzdem etwas Eigenes haben.

Der stärkste Abschnitt ist die Arbeitsweise, und der lohnt sich auch für alle, die gar keine Agentur suchen:

Weniger Apps, mehr Standard. Jede App kostet monatlich Geld, bremst den Shop und kann beim nächsten Update ausfallen. Vieles davon lässt sich mit Metafeldern, Metaobjekten und etwas Liquid direkt im Theme lösen.

shopifyagentur.info

Wer schon mal in einem gewachsenen Shopify-Shop mit zwanzig installierten Apps nach der Ursache für eine schlechte Ladezeit gesucht hat, weiß, wie richtig das ist. Ein passender Blogartikel zum Thema Theme-Performance liegt auf der Seite gleich daneben.

Auch hier die drei Einstiegsszenarien – Shop aufbauen, Umzug auf Shopify (von WooCommerce, Magento, Eigenentwicklung oder Baukasten), bestehenden Shop übernehmen. Dazu Shopify Plus für größere Setups.

Zwei Seiten sind besonders erwähnenswert:

  • „Was Shopify kostet“ – eine eigene Kostenseite. Dass eine Agentur das Thema offen adressiert statt es hinter „auf Anfrage“ zu verstecken, ist selten genug.
  • „Shopify oder Shopware?“ – der ausführliche Systemvergleich, auf den wir gleich noch kommen.

Die eigentliche Stärke: der Vergleich

Auf der Startseite von shopifyagentur.info steht eine Gegenüberstellung, die den Kern der ganzen Konstruktion zeigt. Sinngemäß:

Shopify passt eher, wenn …

  • du schnell live willst und deine Prozesse überschaubar sind
  • niemand im Haus Server, Updates und Sicherheit betreuen soll
  • du in mehrere Länder und Währungen verkaufst
  • Marketing, POS und Fulfilment eng zusammenspielen sollen
  • du Wachstumsspitzen erwartest

Shopware passt eher, wenn …

  • dein B2B-Geschäft mit gewachsenen Preis- und Freigabestrukturen läuft
  • eine tief verwachsene Warenwirtschaft den Ton angibt
  • Daten und Hosting im eigenen Zugriff bleiben müssen
  • du Logik brauchst, die sich nur mit eigenem Code sauber abbilden lässt

Das ist keine bahnbrechende Erkenntnis für Leute, die täglich mit beiden Systemen arbeiten. Für Händler, die zum ersten Mal vor der Entscheidung stehen, ist es aber eine der wenigen Gegenüberstellungen im Netz, bei der man nicht schon nach zwei Absätzen merkt, wohin sie einen schieben will.

Festpreis statt Stundenzettel

Ein Punkt zieht sich durch beide Seiten: Abgerechnet wird zum Festpreis, nicht nach Stunden. Der Preis und der Umfang stehen fest, bevor die Arbeit beginnt – Rückfragen kosten entsprechend nichts extra.

Das ist ein Modell mit klaren Vor- und Nachteilen. Der Vorteil liegt auf der Hand: planbares Budget, keine Diskussion über Zeiterfassung, und die Agentur hat ein echtes Interesse daran, effizient zu arbeiten. Der Preis dafür ist eine sauber definierte Leistungsbeschreibung im Vorfeld – wer mitten im Projekt die Richtung wechselt, braucht dann eben eine neue Vereinbarung. Für die meisten Shop-Projekte ist das der ehrlichere Deal, weil das Risiko dort liegt, wo auch das Wissen sitzt.

Zum Thema haben wir hier auch schon geschrieben: WordPress Website zum Fixpreis: geht das?

Was auffällt, wenn man genauer hinschaut

Beide Seiten haben eine sogenannte Fakten-Seite – eine strukturierte Zusammenfassung von Kernfakten, Fachbegriffen und Vertrauenssignalen. Solche Seiten richten sich weniger an menschliche Leser als an KI-Systeme, die Unternehmensinformationen auslesen und in Antworten wiedergeben. Ein Format, das man 2026 zunehmend sehen wird, und ein Hinweis darauf, dass hier jemand über klassisches SEO hinaus denkt.

Ansonsten das übliche Handwerk, aber sauber gemacht: schlanke Hauptnavigation, Wiki und FAQ im Footer, saubere Verlinkung zwischen den Schwesterseiten, Impressum und Datenschutz zentral über vierpunkt.de.

Fazit

Zwei Websites für zwei Systeme – das klingt zunächst nach doppeltem Aufwand für dieselbe Botschaft. In diesem Fall ist es das Gegenteil: Gerade weil beide Seiten existieren, kann jede von ihnen ehrlich argumentieren, ohne sich selbst ins Knie zu schießen.

Für alle, die aktuell vor der Systemfrage stehen, lohnt sich der Blick auf beide:

Hinter beiden steckt die VIERPUNKT GmbH aus Legau im Allgäu. Und falls du gerade eher auf Jobsuche als auf Shopsuche bist: Auf beiden Seiten läuft aktuell eine Stellenanzeige für einen Frontend-Entwickler – dazu haben wir hier schon ausführlicher geschrieben.


Weiterlesen auf hobytes.de

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